Wasser
Die Plakatsammlung zu Gast bei der Schweizerischen Nationalbank 30
13.7.2010 - 8.11.2010
Wasser bedeutet Tod: Verunreinigtes Wasser gefährdet das Leben unzähliger Lebewesen, Naturkatastrophen verwandeln Ozeane in zerstörerische Gewalten, beim Überqueren der Meere in der Hoffnung auf ein besseres Leben ertrinken Flüchtlinge in den Fluten.
Im Konsumplakat zeigt sich Wasser nur von seiner positiven Seite, vom Menschen aktiv erobert oder kontemplativ genossen, als wohltuende Erholung für Körper und Geist. Immer steht dabei die vielseitige Bewegung des Wassers, sein Schillern, Spiegeln, Rauschen, Wogen, Glänzen und Glitzern, im Vordergrund. Mal sind es nur einzelne Tropfen, die genügen, um Wasser zu suggerieren, mal ist es die üppige, sinnliche Form einer Welle, die das ganze Meer enthält. Oft wird aber auch die unendliche Weite eingefangen, vor der der Mensch in andächtiger Betrachtung verharrt, so im Werbeplakat für Kenzo. Als ewig bewegtes Element und Bild des beständigen Wandels - "alles fliesst" - bildet Wasser auch den symbolischen Gegenpol zum Berg und zum Felsen in ihrer massiven, unverrückbaren Starre.
Das entspannende Gefühl der Schwerelosigkeit bei der Bewegung des Körpers im Wasser, Thema vieler Werbeplakate, kumuliert in Bildern wunderbarer Wasserwesen. Die Evian-Wasserfrau verbildlicht beispielhaft die erfrischende Wirkung des Wassers für Körper und Kehle. Doch selbst in Märchen und Mythologie stehen sich Glück und Gefahr gegenüber: Die beschützenden Wasserfrauen und die schutzbedürftigen Meerjungfrauen konkurrieren im Wasserreich mit Nixen und Sirenen, die den Menschen bedrohen, indem sie ihn in die Wogen hinabzuziehen suchen. Katja Kabanova aus Janá?eks berühmter Oper stürzt sich aus Verzweiflung am Leben jedoch selbst in die Fluten der Wolga. Und das Wolgawasser ist denn auch nicht mehr von verführerischem Blau, Farbe der Sehnsucht und der Tiefe. In Shimo'Okas Plakat Water - Life wird die existentielle Dimension des Wassers durch eine Wasserfläche glänzender Perlentropfen eingefangen. Und der Zimbabwer Maviyane-Davies erinnert in seinem Plakat mit dem von Wasserströmen überflutetem Gesicht daran, dass es nicht nur die realen Flüsse sind, die es zu überqueren und zu bewältigen gilt, um ein menschliches Leben zu führen.
Es ist die Janusköpfigkeit des Elements Wasser, die seine dauernde Faszination ausmacht. Seit je besingen Dichter und Philosophen das Wasser, versuchen sich Künstler darin, seine Schönheit und Poesie, aber auch seine unberechenbare Kraft festzuhalten. Und selbst wenn Wasser im Plakat nur selten von seiner gefahrvollen, lebensbedrohenden Seite eingefangen wird, ist das Wissen darum gerade auch in den schönsten Wasserplakaten mit enthalten.
Veranstalter
ZHdK, Museum für Gestaltung Zürich, CH
gegründet 1875
ZHdK, Plakatsammlung, Zürich, CH
gegründet 1875
Veranstaltungsort
Schweizerische Nationalbank, SNB, Bern/Zürich, CH
Kuratorium
Alessia Contin
IT / CH, geboren 1968
Bettina Richter
DE / CH, geboren 1964
Displayed work of
Arte nova, Zürich, CH
Atelier Roger Pfund, Communication visuelle S.A., Carouge, CH
Chaz Maviyane-Davies
ZW, geboren 1952
Edelta S.A., Genf, CH
Emanuel Tschumi
CH, geboren 1964
George Tscherny
US, geboren 1924
Gisler & Gisler AG, Zürich, CH
1952 - 1983
H. R. Schläpfer
CH
Havas Worldwide, Zürich / Genf, CH
gegründet 1959
Herbert Leupin
CH, 1916 - 1999
Jean-Benoît Lévy
CH, geboren 1959
Josef Müller-Brockmann
CH, 1914 - 1996
Karl D. Geissbühler
CH, geboren 1932
Katsumi Asaba
JP, geboren 1940
Kazumasa Nagai
JP, geboren 1929
Knapp Communications Corporation, Los Angeles, US
gegründet 1977
Lang/Baumann, L/B, Burgdorf, CH
Mischen GbR, Berlin, DE
gegründet 2005
Peter Frey
CH, geboren 1959
Sigel Shimo'Oka
JP, geboren 1949
Uz Hochstrasser
CH, geboren 1958
Viktor Rutz
CH, 1913 - 2008
Vincent Perrottet
FR, geboren 1958
Yusaku Kamekura
JP, 1915 - 1997
Zdeněk Palcr
CZ, 1927 - 1996
Venues
Schweizerische Nationalbank, SNB, Bern/Zürich, CH (Jul 13, 2010 - Nov 11, 2010)
Exhibition numberGGB-20XX-D30
