Maja Bastianello-Menzi
CH, 1932 - 2024
* 1932 in Glarus † 2024 in Glarus
1951 Vorbereitende Klasse, Kunstgewerbeschule der Stadt Zürich
1952–1955 Ausbildungsklasse für Innenausbau, Kunstgewerbeschule der Stadt Zürich, Diplom als Innenarchitektin
1955/56 Anstellung im Architekturbüro des Warenhaus Stockmann, Helsinki
1956–1958 Anstellung im Architekturbüro von Alfred Altherr jun.
1958 Heirat mit Sandro Bastianello
1956–1958 Wohnberaterin der städtischen Wohnberatungsstelle des Schweizerischen Werkbunds (SWB) im Gewerbemuseum Winterthur (in Zusammenarbeit mit dem Schulrat der Stadt Winterthur)
1976 Organisation und Kuration der Wohnausstellung im Hochhaus Süd, Glarus (Architektur: Willi Marti und Jakob Zweifel)
1981–2014 Führung des eigenen Ladengeschäfts „Bastelbasar“ in Glarus
1951 wurde Maja Menzi in die Ausbildungsklasse für Innenausbau an der Kunstgewerbeschule der Stadt Zürich aufgenommen. Der Ausbildungsgang war sowohl handwerklich-technisch als auch künstlerisch ausgerichtet; im Zentrum stand das „Zeichnen und Entwerfen für Möbel und den Innenausbau“. Für Schüler:innen ohne Berufserfahrung war nach drei Semestern ein einjähriges Praktikum vorgesehen. Willy Guhl, Hauptlehrer und Leiter der Klasse, vermittelte die begabte Schülerin in die Schreinerei seines Bruders Emil Guhl in Stein am Rhein. Dort erhielt Maja Menzi Einblick in die Produktion und sie half beim Planzeichnen, Detaillieren, beim Modellbau sowie der Kalkulation mit. Im Frühling 1955 erhielt sie ihr Diplom als Innenarchitektin. Danach arbeitete sie während drei Monaten im „Atelier für Experimentelle Gewebe“ in Ligerz. In der Handweberei fertige sie zusammen mit Pia Giauque und Käthi Wenger drei Teppiche nach Entwürfen von Elsie Giauque für das Parktheater Grenchen (Architektur Ernst Gisel). 1955 verwirklichte sie ihren Wunsch, nach Finnland zu reisen und fand eine Stelle als Innenarchitektin im renommierten Warenhaus Stockmann, das eigene Architekturbüros und Werkstätten betrieb. Maja Menzi lernte Finnisch und befasste sich mit der Um- und Neugestaltung von Ladengeschäften und stellte Konstruktionszeichnungen von Möbeln her, die im eigenen Unternehmen hergestellt und verkauft wurden. Daneben gestaltete sie als selbstständige Innenarchitektin Eisdielen für den finnischen Milchproduzenten Valio. 1956 wurde sie von ihrem ehemaligen Lehrer für Bauzeichnen, Alfred Altherr jun., zurück in die Schweiz geholt. Er bot ihr eine Stelle als Wohnberaterin in der von ihm initiierten SWB-Wohnberatungsstelle im Gewerbemuseum Winterthur an, dem er als Direktor vorstand. Maja Menzi war sowohl vertraut mit den Richtlinien des Schweizerischen Werkbundes als auch mit der nordischen Wohnkultur. Jeden Samstag beriet sie junge Paare oder Familien. Als Wohnberaterin empfahl sie Grundrisse oder Farbkombinationen, half beim Planen von Küchen, beim Einbau von Badezimmern, präsentierte Materialmuster und Möbelkataloge. Sie hielt auch Vorträge zur Wohnkultur und richtete Musterwohnungen und thematische Wechselausstellungen in der SWB-Wohnberatungsstelle ein. Im Architekturbüro von Alfred Altherr arbeitete Maja Menzi an Möbeldetails der Freba-Typenmöbel und half mit beim Aufbau der SWB-Sonderschau „Die gute Form“ an der Schweizer Mustermesse in Basel oder beim Einrichten einer Musterwohnung im Haus von Architekt Otto Senn auf der Interbau Berlin 1957. 1958 heiratete sie den Architekten Sandro Bastianello und gründete mit ihm eine Familie in Bern. 1974 übersiedelte die Familie mit ihren drei Kindern von Bern nach Glarus, wo sie in den neu errichteten Wohnhäusern Buchholz (Architektur: Jakob Zweifel und Willi Marti) eine Wohnung im 11. Stock bezogen. 1976 richtete Maja Bastianello-Menzi im Auftrag des Bauherrn (Personalfürsorgefonds F. Knobel Elektroapparatebau AG Ennenda) im Hochhaus Süd eine Wohnausstellung mit zwei Musterwohnungen ein. Die gut besuchte Ausstellung zeigte, wie sich eine Familie in einer Mietwohnung mit flexiblen Grundrissen zeitgemäss einrichten kann. 1977 eröffnete Maja Bastianello-Menzi das Ladengeschäft „Bastelbasar“ für Bastelbedarf und Handarbeiten in Glarus, das sie bis 2005 betrieb.
Quellen:
Archiv ZHdK und Museum für Gestaltung Zürich (Nachlass Maja Bastianello-Menzi)
Maja Bastianello-Menzi, „Wohnen im Hochhaus, Grundsätzliche Überlegungen und erste Erfahrungen aus fachlicher Sicht am Beispiel der Hochhäuser Buchholz in Glarus, in: Glarner Nachrichten (Jg. 102) Nr. 60, 12.3.1978, S. 2
Elsi Schindler, „Was will der Schweizerische Werkbund – ein Gespräch mit Architekt Alfred Altherr“, in: Tages-Anzeiger für Stadt und Kanton Zürich (Nr. 99), 27.4.1956, 9. Blatt
Silvia Kugler und Niklaus Morgenthaler, Wohnberatung warum und wie, in Bauen heute, Beilage Berner Tagblatt, 25.5.1958
Elisabeth Kissling, „Wohnen im Wohnblock“, in: Frau, 5.1.1977, Nr.2, Jg. 31, S. 36–27
Geburtsname
- Maja Menzi
