Hilding Ekelund
FI, 1893 - 1984
Vita: Ekelund, Hilding (Georg Hilding), finn. Architekt, *18.11.1893 Kangasniemi, †30.1.1984 Helsinki, lebte dort. 8 Architektin Eva Kuhlefelt-E.
Biogramm: Stud.: bis 1916 TH Helsinki bei Gustaf Nyström, Usko Nyström, Onni Tarjanne (Dipl.-Arbeit: Opernhaus für Munkkiniemi, Helsinki; nicht ausgef.). Arbeitete zunächst für zahlr. wichtige finn. und schwed. Architekten, z.B. für Hakon Ahlberg and Ivar Tengbom in Stockholm sowie für Eliel Saarinen in Finnland (A. 1920er Jahre). Mitgl.: 1927-29 Sekretär der Finn. Architekten-Vrg, 1929-38 im Vorstand; 1936-40 Sekretär von Asuntoreformiyhdistys (Wohnungsbau-Reform-Ges.). Lehrtätigkeit: 1927-41, '50-58 (Prof.) TH Helsinki. 1930-34 Chef-Red. der finn. Archit.-Zs. Arkkitehti. 1941-49 Stadtarchitekt von Helsinki. - E. war der Hauptprojektant des sozialen Wohnungsbaus in Finnland nach dem 2.WK und Lehrer einiger Architektengenerationen mit mod. Orientierung. Im Frühwerk, als in Skandinavien der nord. Klassizismus dominierte, interessierte er sich v.a. für ital. Architektur. Später wurde er zum führenden Vertreter des sachl. Flügels des finn. Funktionalismus. Soziale Verantwortlichkeit und die Idee des Existenzminimums bildeten den Kern seines Wohnungsbauprogramms. Bek. ist E. hauptsächl. als Autor von hochqualitativen Wohnhäusern und Wohngebieten sowie von öff. Gebäuden und Stadtplanungen. Viele seiner Hw. sind mit den Olymp. Spielen in Helsinki 1952 verbunden, die eigtl. 1940 stattfinden sollten; als damaliger Stadtarchitekt war er für den Entwurf der Olympiabauten zuständig. Das olymp. Dorf in Käpylä ist ein in Finnland seltenes Beispiel für eine als komplette Einheit gebaute Vorstadtsiedlung und gleichzeitig die erste Realisierung öff. Nutzbauten, erb. von der HAKA (Zentrale Wohnungsbaubehörde Helsinkis). Durch seine Kontakte nach Schweden entwarf E. auch den Plan für das Wohngebiet Otterhällan in Göteborg (1938) für den öff. Bauträger HSB (Hyregästernas Sparkasse och Byggnadsföreningen). In den 1960er Jahren folgten einige Wohnungsbaupläne für HSB im Hauptstadtgebiet Helsinki. E. wurde auch bek. dafür, daß er sehr oft 2. Plätze in großen Archit.-Wettb. belegte (z.B. um das Finn. Parlament, Helsinki, 1924; die Bibl. in Viipuri, 1927). Während seines langen Arbeitslebens (er war noch M. 1970er Jahre tätig) war er eine zentrale Figur in der finn. Architektur.
Werke: ALAJÄRVI: Nelimarkka Mus., 1962-74. HELSINKI: Kinotheater Bio Capitol, 1926 (mit W.G. Palmqvist). - KH, 1928 (mit Jarl Eklund). - Töölö Kirche und Gemeindesaal, 1930. - Olymp. Dorf, 1938-48 (Programm mit Alvar Aalto, Kaj Englund, Georg Jägerroos und Martti Välikangas; 1. Phase 1939-40 mit M. Välikangas). - Taivallahti Ruder-Stadion, 1940. - Velodrom, 1940. - Dampfkraftwerk Salmisaari, 1952. - Maunula: Wohngebiet Sahamäki, 1951-56. - Munkkivuori, Porintie 5: Wohnblock, 1958. KARJAA: Wasserturm, 1950 (das angeschlossene Mus.-Zentrum wurde nicht realisiert). MOSKAU: Finn. Botschaft, 1938. POHJA: Wohnhäuser und Industriegebäude für die Fa. Fiskars Ltd., 1940-49.
Selbstzeugnisse: S.Saarikivi/K.Niilonen/H.E. (Ed.), Art in Finland, Helsinki 1955.
Quelle: AKL (Auszug)
