Alfred Fairbank
GB, 1895 - 1982
Vita: Fairbank, Alfred John, brit. Schriftkünstler, Kalligraph, *12.7.1895 Great Grimsby/Humberside, †14.3.1982 Hove/Sussex.
Biogramm: Stud.: 1920 Abendklassen an der Central School of Arts and Crafts, London, bei Graily Hewitt und Lawrence Christie. 1911 "Boy Writer" in den Chatham Naval Dockyards, ab dem 1.WK bis 1955 Beamter in der Admiralität in London (R. Navy Headquarters). 1921 Gründungs-Mitgl. und 1951-63 Präs. der Soc. of Scribes and Illuminators. Mitgl.: 1925 Soc. of Designer Craftsmen; 1952 Gründer und Vize-Präs. der Soc. for Italic Handwriting. Ausz.: 1951 Commander of the Order of the Brit. Empire. - F. begann 1920, angeregt von Edward Johnston, Paläographie und bes. Hss. des 16.Jh. zu studieren. Er befaßte sich in seiner Freizeit mit Kalligraphie, gestaltete u.a. Ehrenurkunden, Dokumente und Gedenkurkunden für Kriegsopfer, außerdem schrieb und vergoldete er ab 1925 kalligraph. Bücher, die Louise Powell illuminierte. Das erste gemeinsam gestaltete Werk war 1926 "Comus" von John Milton; viele Bücher waren Aufträge von St.J. Hornby. 1928 entwarf F. die allerdings wenig genutzte Kursivschrift "Condensed Bembo Italic", die in die Monotype-Serie inkorporiert wurde und heute nur noch im Privatdruck verwendet wird. 1932 wurden F.s Karten mit Kursivschriftbeispielen für den Schulgebrauch publiziert (Woodside writing cards, Leicester); erfolg- und einflußreicher war aber später das Book of Scripts (Lo. 1949), mit dem er sich u.a. für eine Reform der Schreibschrift einsetzte und eine Kursivschrift empfahl. In den 30er Jahren gestaltete F. Bücher, entwarf Ehrengaben sowie Titelzeilen für Geschäftskarten und gestaltete die Schrift einiger Plakate für London Transport. 1936-38 entstanden z.T. in Zusammenarbeit mit Berthold Wolpe und James Wardrop für die Gregynog Press ein Alphabet, Initialen und Buchtitel. F.s letztes kalligraph. Buch war 1949 ein Geschenk von Clement R. Attlee an Eleanor Roosevelt mit Reden von ihm als Premierminister, Winston Churchill und dem Dekan von Westminster Abbey anläßlich der Enthüllung eines Gedenksteins für Franklin D. Roosevelt. 1955-64 entwarf und leitete F. die Anfertigung der elf R. Airforce Books of Remembrance für St. Clement Danes in London, in denen zehn Kalligraphen 150 000 Namen von Kriegsopfern eintrugen. F. erfand mit dem sog. "Flight Commander" den ersten mod. Kalligraphie-Federhalter aus Stahl. Nach 1955 widmete er sich dem Stud. der Paläographie. F. war in Großbritannien ein einflußreicher Schriftkünstler und bed. Buchkalligraph, der sich für eine vereinfachte Handschrift einsetzte.
Werke: CAMBRIDGE, Fitzwilliam Mus. LONDON, V&A. NEW YORK, Pierpont Morgan Libr.
Selbstzeugnisse: Dryad lettering card No. 2, Leicester 1932; A handwriting manual, Leicester 1932; Barking writing cards, Leicester 1935; F./R.W. Hunt, Humanistic script of the fifteenth and sixteenth c., Ox. 1960; F./B.L. Wolpe, Renaiss. handwriting. An anthology of Italic scripts, Lo. 1960; F./B.Dickins, The Italic hand in Tudor Cambridge, Lo. 1962.
Bibliographie: Vo2, 1955. WWGA I, 1962; LGB II, 1989; DNB, Missing persons, 1993. - J.Tschichold, Graphis 2:1946(16)462-467; A.S. Osley (Ed.), Calligraphy and palaeography. Essays presented to A.F. on his 70th birthday, Lo. 1965 (mit WV); M.Shaw, Crafts 57:1982(Juli/Aug.)49; J. of the Soc. for Italic Handwriting 107:1982(Sommer)9-53; J.Fairbank, Letter arts rev. 11:1994(4)20-27; F.Friedl u.a. (Ed.), Typogr. When, who, how, Köln 1998; T.Harrod, The crafts in Britain in the 20th c., New Haven/Lo. 1999.
Quelle: AKL
anderer Name
- Alfred John Fairbank
