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Wander Bertoni
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Wander Bertoni

AT, geboren 1925
BiographyBildhauer
Vita: Bertoni, Wander, österr. Bildhauer ital. Herkunft, *11.10.1925 (nicht 1927) Codisotto/Reggio Emilia, lebt in Wien und Winden am See.
Biogramm: Kam 1943 als Zwangsarbeiter nach Wien. Dort 1945-47 Unterricht bei Maria Bilger. Stud.: 1946-52 ABK Wien bei Fritz Wotruba. Mitgl.: seit 1946 Wiener Art Club (Mitbegr.); seit 1965 Wiener Secession. Seit 1965 Leitung einer Meisterklasse an der Akad. für angew. Kunst Wien. 1975-81 Reisen nach Griechenland, Spanien, Marokko, Türkei, Indien, Ceylon und Nepal. Preise: u.a. 1950 Anerkennungspreis der österr.Industrie; 1953 Bildhauerpreis der Bienn. Sao Paulo; 1958 Preis der Stadt Wien; 1979 Pannonia Preis; 1986 Ehren-Med. der Bundeshauptstadt Wien in Gold; 1991 Großes Ehrenzeichen Land Burgenland. - Die Jahre vor 1950 sind gekennzeichnet durch figurative Skulpt., die B.s Beschäftigung mit dem Kubismus zeigen. Ab A. der 50er Jahre entstanden abstrakte Arbeiten in Holz oder Stein (häufig polychromiert), die durch die neue europ. Plastik, durch die Werke von Archipenko, Brancusi und Max Bill, angeregt wurden. Hauptwerke der 50er Jahre sind die Serie Das imaginäre Alphabet und Ecclesia, beide 1954-55. Sind es in diesen Jahren in erster Linie gestalterische Probleme, die seine Plastiken prägen, so wandte er sich in den 60er Jahren einer betont inhaltlichen, verschlüsselten Bildsprache mit stärker symbolischen, vielschichtigen Formen zu. Im Zyklus Der Spiegel, 1963/64, setzte er schwellende vegetabile Formen ein; ei- und fruchtförmige Gebilde evozieren metaphysische Aspekte, Wachstum und Vergänglichkeit (Wir und die Sonne, 1963/64; Wir und die Hülle, 1964, beide Messing). M. der 60er Jahre fand er zum Thema der Säule, das sein Schaffen von nun an wesentlich bestimmen sollte. B.s Säulen verschmelzen organisch vegetabiles, anthropomorphes und strenger geometrisierendes Formengut zu fremdartigen Gebilden, die Assoziationen mit kultischen Säulen zulassen. B. variierte seither dieses Thema in versch. Mat., neben kleineren Bronzestücken (Wir und der Mond, 1969; Monument der Vernunft, 1971; Glockenturm, 1972) entstanden auch große, mon. Fassungen in weißem Polyester, konzipiert als Freiplastiken (Feuersäule, 1973-79; Wehrsäule, 1975-80). Neben die Beschäftigung mit der Säule trat seit M. der 70er Jahre eine neue Auseinandersetzung mit der menschl. Figur. Im Zyklus Indisches Tagebuch, 1975-80, verarbeitet er alte relig. und kultische Vorstelllungen, wobei er sich bewußt einer realistischeren Gestaltungsweise zuwandte (Gebärende, 1975; Geburt des Todes, 1975; Opferung, 1980, alle Bronze), die bis in die 90er Jahre Gültigkeit besitzt.
Werke: ANTWERPEN, Openlucht-Mus. voor Beeldhouwkunst Middelheim. KARLSRUHE, Univ.-Bibl., Leseraum: Relief, Kunststein, 1963-64. LINZ, Neue Gal. MELK, Melker Brücke: Doppelte Prora, 1978. NEW YORK, Österr. Kultur-Inst.: AEIOU, Marmor, 1966. SALZBURG, Neue Univ.: Lebensbaum, Brunnen, 1985. SAO PAULO, Mus. de Arte Mod. STUTTGART, Schloßplatz: Bewegung IV, rostfreier Stahl, 1953-61. WIEN, Mus. Mod. Kunst. - Österr. Gal. im Belvedere. - Burgtheater: Portr. Erhard Buschbeck, Bronze, 1959. - Kulturamt der Stadt Wien: Wir und die Haut, aus dem Zyklus "Wir und der Spiegel", Messing, 1964. - Stadthalle: Bewegung III, rostfreier Stahl, 1953. - UNO-City: Concordia, Bronze, 1979. - 22. Bezirk: Wagramer Brunnen, Bronze, 1967. - Siemens Werk: Bewegung III, Stahl, 1980. - Rudolfsplatz: Energiebrunnen, 1993. WINDEN AM SEE: Sonnenanbeter, rostfreier Stahl, 1957-61; Danksäule, 1967; Überraschung für Hellas, 1969; Triumph der Materie, 1969; Monument der Vernunft, 1971-75; Tempietto, 1975, alle Polyester.
Selbstzeugnisse: Autobiograph. Abriß in: K.Sotriffer, W.B., Das plast. Werk 1945-80, W. 1981, 174-176; Indisches Tagebuch, W. 1985,
Ausstellungen: E: zahlr. seit 1948, u.a. 1948 Rom, Gall. d'Arte Mod. / Wien: 1951, '61 Secession; 1964 Mus. des 20. Jh.; 1972 Mod. Art Gall.; 1973, '75, '77 Gal. Contact; 1981 Gal. Würthle / 1972 Hamburg, Gal. zeitgen. Kunst / 1978 Salzburg, Romanischer Keller / 1979 Eisenstadt, Landes-Gal. im Schloß Esterhazy / 1986 Linz, Gal. des oberösterr. Künstler-Verb. (alle mit Kat.). - G: seit 1947, u.a. 1950, '54, 56, '66 Venedig: Bienn.
Bibliographie: Vo5, 1961 (Lit.). NouvDictSculpt, 1970; ÖKL II, 1976 (Lit.; Ausst.-Verz.); Mackay, 1977; Osborne, 1981. - R.Waissenberger, B. Formen der Pomona... (Ausst.-Kat.), W. 1962; J.Muschik, W.B., Sculpture in the City, Austria Today 2:1976; K.Sotriffer, W.B., Das plastische Werk 1945-1980, W. 1981 (Verz. der Werke in öff. Besitz, Verz. der Ausst. und Lit.); W.B., Indisches Tagebuch, W. 1985 (mit biogr. und bibliogr. Anhang); E.Bakos, W.B. Rituale von Liebe und Tod, Parnass 1985(4)72-74; Kunst: Anspruch und Gegenstand, Salzburg/W. 1991, 346 s.
Quelle: AKL