Johannes Christiaan Lebeau
NL, 1878 - 1945
* 1878 in Amsterdam; † 1945 in Dachau
1892–1895 Ausbildung an der Amsterdamer Zeichenschule für Kunstgewerbe Quellinus
1895–1899 Ausbildung an der Staatlichen Schule für das Kunstgewerbe, Amsterdam
1989–1899 Besuch der Vâhanaschool von J. L. M. Lauwericks und K. P. C. De Bazel
1900 Teilnahme an der Pariser Weltausstellung
1902 eigenes Atelier in Haarlem, Niederlande
1904 Mitbegründer des Niederländischen Verbands für Handwerk und Industriekunst
1904–1914 Lehrtätigkeit an der Hochschule für angewandte Kunst in Haarlem
1908 Anstellung in Antwerpen
1914 Aufenthalt in Indonesien
1920 Inneneinrichtung des Astatheaters, Den Haag
1924–1926 Anstellung in der Glasfabrik in Leerdam
1925 Teilnahme an der Exposition internationale des Arts Décoratifs et ndustriels modernes, Paris
1926–1928 Wandmalereien in der altkatholischen Kirche in Leiden
1926–1929 Glasentwürfe für Ludwig Moser & Söhne in Winterberg, Böhmen
1927 Wandmalerei im Hochzeitssaal des Rathauses Amsterdam
1943 Verhaftung durch die Nationalsozialisten
Joris Johannes Christiaan – genannt Chris – Lebeau wurde 1878 in Amsterdam geboren. Sein junges Talent zum Zeichnen bildete er an der Amsterdamer Zeichenschule für Kunstgewerbe und der Staatlichen Schule für das Kunstgewerbe aus. Gegen Ende seiner Ausbildung besuchte er zusätzlich die theosophische Zeichenschule der Architekten Johannes L. M. Lauweriks und Karel P. C. de Bazel, die sowohl seine geistige als auch seine künstlerische Einstellung nachhaltig prägte. Künstlerisch war er dem Jugendstil verhaftet und knüpfte ideell am Leitbild der Arts-and-Crafts-Bewegung an. Er verstand die Kunstfertigkeit der Dinge als gesellschaftliche Aufgabe und wandte sich, wie viele Künstler um 1900, der Gestaltung von funktionalen Objekten zu. Lebeau befasste sich eingehend mit Färbetechniken von Textilien und machte sich dafür das Batiken in traditionell javanischer Reservetechnik zu eigen, mit der er Möbel- und Dekorationsstoffe gestaltete. Das in Europa noch weitestgehend unbekannte Verfahren stellte er 1900 mit seinen Entwürfen an der Pariser Weltausstellung vor. Chris Lebeau unterrichtete von 1904 bis 1914 an der Hochschule für angewandte Kunst in Haarlem. Im Anschluss reiste er für sechs Monate nach Indonesien, dann liess er sich in Den Haag nieder. In den 1920er-Jahren wandte er sich der Gestaltung von Glaswaren zu und nahm eine Anstellung in der von seinem ehemaligen Lehrer de Bazel gegründeten Glasfabrik in Leerdam an, der eine weitere bei Ludwig Moser & Söhne in Böhmen folgte. Chris Lebeau widmete sich zeit seines Lebens ebenfalls der Malerei sowie grafischen Arbeiten, Skulpturen und Theaterausstattungen. Sein breitgefächertes Werk machte ihn zu einem der produktivsten und vielseitigsten Künstler seiner Zeit. Aufgrund seiner Ehe mit einer deutsch-jüdischen Frau wurde Chris Lebeau 1943 von den Nationalsozialisten verhaftet und 1944 in das Konzentrationslager Dachau deportiert, wo er im April 1945 an Typhus verstarb.
Quellen:
www.britishmuseum.org/research/search_the_collection_database/term_details.aspx?bioId=83960
https://socialhistory.org/bwsa/biografie/lebeau
Geburtsname
- Joris Johannes Christiaan Lebeau
anderer Name
- Chris Lebeau
