Paul Colin
Paul (Hubert) Colin
* 1892 in Nancy, Frankreich; † 1985 in Nogent-sur-Marne, Frankreich
Ab 1907 Lehre als Drucker in Nancy
1910‒1913 Studium an der École des Beaux-Arts de Nancy
1918 Niederlassung in Paris; Illustrationen für Zeitschriften der Epoche
Ab ca. 1920 Anstellung am Théâtre des Champs-Élysées als Plakatgestalter und Bühnenbildner
1926 Gründung der École Paul Colin
1929 Beitritt zur Union des Artistes Modernes (UAM)
1932 Reise in die Sowjetunion
1964 Teilnahme an der documenta III in Kassel
Nach einer Lehre als Drucker in Nancy ab 1907 studierte Paul Colin in den Jahren 1910 bis 1913 an der École des Beaux-Arts de Nancy bei Eugène Vallin und Victor Prouvé. Im Ersten Weltkrieg eingezogen und verwundet, liess er sich nach Kriegsende in Paris nieder. Colin schlug sich zunächst mit Illustrationen für Zeitschriften durch, bevor ihn André Daven, stellvertretender Direktor des Théâtre des Champs-Élysées, als Plakatgestalter und Bühnenbildner anwarb. Erste Berühmtheit erlangte Colin mit seinem Plakat von 1925 für die Revue nègre, die auch die Karriere von Josephin Baker einleitete. Mit Baker verband Colin eine lebenslange Freundschaft, 1927 widmete er ihr das Album “Le Tumulte Noir” mit 42 Lithografien. 1926 gründete Colin die sehr erfolgreiche École Paul Colin, die einige Jahrzehnte lang Schülerinnen und Schüler aus aller Welt anzog. Während fast 40 Jahren arbeitete Colin für das Theater als Bühnenbildner und Kostümentwerfer und schuf zudem rund 1400 Plakate. Beeinflusst von den künstlerischen Avantgarden seiner Zeit, gestaltete Colin zunächst Plakate im Stil des Art déco und der Neuen Sachlichkeit, fand aber bald zu seinem ganz originellen Stil. Dieser zeichnete sich insbesondere durch symbolische Verknappung aus. Neben vielfältigen Kultur- und Veranstaltungsplakaten entwarf Colin auch kommerzielle Plakate und schuf einige eindrückliche politische Manifeste, mit denen er gegen den Hitlerfaschismus und die Kriegszerstörung Stellung nahm.
1929 wurde Colin Mitglied der Union des Artistes Modernes (UAM), 1932 reiste er für den Austausch mit der russischen Avantgarde in die Sowjetunion.
1964 erhielt Colin eine Einladung zur Teilnahme an der documenta III in Kassel in der Abteilung Grafik und Werbung.
Colin war auch ein bedeutender Sammler der frühen Kunst aus Schwarzafrika und Ozeanien sowie von Mineralien und Muscheln. In seinen letzten Lebensjahren widmete er sich seiner Sammlung und wandte sich der Malerei sowie dem Schaffen kubistisch inspirierter Skulpturen zu.
Quellen:
https://outrejournal.com/paul-colin-art-deco-poster-design-jazz-age/
https://fr.wikipedia.org/wiki/Paul_Colin_(affichiste)
