Abschlussarbeit, Theorie
Reizwort Virtuosität
2015
Creator
Miro Maurer
Department
ZHdK, Bachelor of Arts in Theater, Zürich, CH
gegründet 2005
MediumBroschüre; PDF
DimensionsFormat: 30 × 21 cm, 16 Seiten
TitlesStudienarbeitBachelor of Arts in Theater, Vertiefung Schauspiel
DescriptionIm Zuge meiner professionellen Schauspielausbildung und damit der intensivenAuseinandersetzung und Beschäftigung mit der Materie der darstellenden Kunst (die sich, wie ich habe feststellen können, auch bei den Schauspielern nicht auf das Erlernen bühnenwirksamer Fertigkeiten beschränkt, sondern regelmässig konzeptionelle, gar theatergeschichtliche Aspekte aufgreift) bin ich vermehrt auf den Begriff der «Virtuosität» (beziehungsweise der «virtuosen Darstellung» oder «Handlung») gestossen – ein geflügeltes Wort, das sich, mal mehr mal minder
bewusst, wie mir scheint, ins Vokabular von (Mit-)Studenten und Dozenten, Kritikern oder anderweitig Theaterinteressierter einschleicht. Dann nämlich, wenn der Versuch unternommen wird, sich über schauspielerische Darstellung (und dabei sei zunächst nicht an die inszenatorischkonzeptionelle Perspektive einer Umsetzung gedacht, sondern an das konkrete darstellerische Potential eines agierenden Spielers/einer agierenden Spielerin) zu unterhalten und man dabei der Position Ausdruck verleihen möchte, eine Darbietung in ihrer Form und Charakteristik hätte einen ganz besonders ergriffen und dies aufgrund der Tatsache, dass der handelnde Schauspieler sein Tun „meisterlich vollendet“ zu beherrschen scheint. Warum, so stellt sich mir häufig die Frage, wird nicht selten auf diesen der klassischen Musik entlehnten Begriff zurückgegriffen, wenn ein aussergewöhnliches Können im Bereich der Schauspielerei zu beschreiben das Ziel ist? – Vor allem, da es sich im Vergleich zu so genannten «Virtuosen» der Musik als sehr schwierig herausstellt, eine gewissermassen einheitliche Vergleichs- oder gar Bewertungsgrundlage zu definieren, anhand derer eine Einteilung in Virtuose oder Nicht-Virtuose möglich würde. Diese Arbeit beschäftigt sich mit Fragen rund um diesen schillernden Begriff. Ausgehend von der
Feststellung, dass der Virtuositätsbegriff auch in der darstellenden Kunst seine Verwendung findet, möchte ich mich daran versuchen, nach einer etymologisch-geschichtlichen Betrachtung diesen auf die Schauspielerei bezogen zeitgemäss zu definieren. Ein weiterer Teil der Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, inwiefern Virtuosität auf einer Bühne (oder im Film – ich lege den Fokus allerdings interessenhalber bewusst verstärkt auf das Medium Theater) die Form der
Darstellung zu beeinflussen vermag. Mich interessiert dabei die Frage, ob – und wenn ja aus welche Weise - sich die Wirkung einer Inszenierung verändert, wenn virtuoses Spiel in ihr auftritt oder aber dieses explizit zu vermeiden versucht wird.
Object numberHCA-2015-C04-001
DepartmentArchiv ZHdK
Credit LineZürcher Hochschule der Künste, ZHdK / Archiv
Categories
- Performing Arts
