«Die altperuanische Wari-Kultur»
Die Wari-Kultur stieg im Mittleren Horizont (7.–11. Jh.) im südlichen Hochland Perus zu einer dominierenden Macht auf. Durch die Errichtung eines weitreichenden Netzwerks aus Städten und Siedlungen an strategischen Knotenpunkten prägte sie grosse Teile der Andenregion. Trotz ikonografischer Parallelen zu den Tiwanaku gelten die Wari mit ihrer stark abstrahierten Bildsprache und gegliederten Formen heute als eigenständige Kultur. Herausragend waren ihre Textilien, darunter kunstvoll gewirkte Tuniken, die in Grabstätten erhalten blieben. Diese zeigen komplexe Muster mit der stabtragenden Gottheit und geflügelten Wesen, wie sie auch in Tiwanaku-Monumenten erscheinen. Die Sammlung des Museums umfasst neben Textilfragmenten auch Keramiken, darunter charakteristische Henkelkrüge und sogenannte Doppelausguss-Gefässe.