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Emidio Galassi
IT, geboren 1944
Vita: Galassi, Emidio, ital. Keramiker, *1.6.1944 Imola, lebt in Bagnacavallo/Ravenna.
Biogramm: Stud.: Ist. d'arte per la Ceramica Faenza (Dipl. 1965), hier 1966-2002 Dozent. Die ersten Werke G.s sind mit ihren antithet. Grundkonzepten (schwarz/weiß, positiv/negativ, vor-/zurückspringend) von einer extremen, von der neokonkreten Kunst abgeleiteten Einfachheit. 1966 Gold-Med. beim Concorso Internaz. delle Ceramice in Faenza. 1970-75 ABA Bologna (Bildhauer-Dipl.). 1965-85 Mitarb. von Carlo Zauli, wobei G. bis auf die anfängl. Beschäftigung mit dem von Zauli seit den 50er Jahren erforschten Steingut unbeeinflußt eig. Ausdrucksformen entwickelt. M. der 70er Jahre entsteht die Serie Tensioni ceramiche, deren abstrakte Form durch die spezif. Konsistenz elast. Stoffe entsteht, mit denen er für den Gipsabguß bestimmte Holzformen überzieht und dadurch anschl. organ.-geometr. Keramiken entstehen läßt. Dieses im Orient übl. Interesse an der nicht vollst. vorherseh- und kontrollierbaren Form mündet 1979 in die Auseinandersetzung mit der in Faenza erstmalig von G. angewendeten und am Ist. d'arte verbreiteten Raku-Technik. A. der 80er Jahre entdeckt G. die industriellen Schamotte als künftigen Werkstoff für sich. Die Aufgeschlossenheit für reine tekton. Formen verbindet sich so mit dem Einsatz von handgefertigtem Bau-Mat.: große Steine für kleine, zeitlose archit. Strukturen. Diesen Werkstoff, eine Art keram. Ready-made, bearbeitet G. anfängl. mit an Lucio Fontana erinnernden Einschnitten und verleiht ihm später eine geometr. Gestalt, die an seinen Neokonstruktivismus der Frühphase anknüpft, dessen Formen nun von streng symmetr. Achsen umschlossen sind. Bedeutsames Ergebnis dieser Experimente sind die 1983 mit dem Premio Faenza ausgezeichneten unglasierten Are mit einer reinen Wirkung der rauhen, ertastbaren Oberflächen und der weißgrauen Farbigkeit des Materials. 1980-85 Leiter des Centro internaz. di ceramica di ricerca der Cooperativa Ceramica Imola und Zusammenarbeit mit der Fa. Sichenia in Modena; 1981-93 Lehrtätigkeit am Ist. superiore industriale artist. Faenza. Mittlerweile beginnt G., Schamotte mit and. Mat., wie Holz und Eisen, zu verbinden, besinnt sich erneut auf die Farbe (Majolikaweiß, Selenrot, Gold) und findet so neue Wege, um das Innere seiner archit. Gebilde freizulegen. E. der 90er Jahre präsentiert G. auf einer Einzel-Ausst. im Mus. del Cantir in Argentona/Barcelona die Pozzi dei desideri: vertikale Formen aus Schamotte, Eisen und Glas, deren Inneres visuell erkundbar ist. Das Interesse für die urbanist. Wirkung seiner Skulpt. drückt sich in den großformatigen Werken in Faenza, Beer-Sheva/Israel und Caldas da Rainha/Portugal aus. Zahlr. Preise.
Quelle: AKL (Auszug)
