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für Carl von Egeri
Carl von Egeri
CH, um 1510 - 1562
Vita: 1. Carl (Carle; Carli; Carolus) von, Glasmaler, *1510/15 Zürich oder Baden, †6.6.1562 Zürich. Sohn von Rudolf von E. (†1531), dem Begründer des Badener Zweiges. Bruder von 5, Vater von 4.
Biogramm: Nach Lehrjahren in der Fremde (bei Hans Funk in Bern?) 1536 Erneuerung des Bürgerrechts in Zürich, 1537 Einkauf in die Zunft zur Meise und 1538 Heirat mit Anna, Tochter des Glasers und späteren Zürcher Bürgermeisters Hans Rudolf Lavater. 1542-49 ebd. als Inhaber von einem "Gaden" (Laden-Wkst.) unter dem Richthaus bezeugt. 1547 Mitgl. im Großen Rat, danach Übernahme des Chorherrenpflegeramtes, das ihn in Kontakt zu Zürcher Humanisten bringt (Konrad Gessner). - Der bei seinem Tod von Heinrich Bullinger als "großer Künstler" gepriesene E. war zu seiner Zeit der führende Schweizer Glasmaler. Dank seiner Meisterschaft fiel ihm während seines kurzen Wirkens eine Vielzahl bed. priv. und öff. Aufträge zu. Dazu zählen die von den eidgenöss. Orten 1540 nach Weesen/St.Gallen (Rathaus), 1542 nach Stein am Rhein/Schaffhausen (Rathaus), 1546/47 nach Zürich (Schützenhaus), 1550/51 nach Baden, 1551/52 nach Ittingen/Thurgau (Kartause), 1555 nach Rheineck/St.Gallen (Rathaus) und 1557 nach Muri/Aargau gestifteten Wappenscheibenzyklen. Unter den davon noch erh. Arbeiten gehört der Zyklus im Kreuzgang des ehem. Benediktinerklosters Muri, ausgef. mit Heinrich Leu, zu E.s herausragendsten Leistungen. Hervorzuheben ist dabei die von ihm auf der Grundlage von Bernard Salomons Bilderbibel in die Fischblasen des Fenstermaßwerks komponierte Folge Jugend Christi, in deren weitläufigen, stimmungsvollen Lsch.-Szenerien die von der Donauschule beeinflußten Lsch.-Darst. von Hans Leu d.J. nachklingen. Seine repräsentativen Wappen- und Figurenscheiben von großem zeichner. Talent stehen trotz ihrer zeitgemäßen Renaissance-Architekturrahmungen fest in der Trad. der spätgot. Schweizer Kabinettglasmalerei. Bezeichnend dafür ist, daß E. die Gläser noch kaum mit den nach 1550 zunehmend beliebteren Schmelzfarben bemalte, sondern die Scheiben wie seine Vorbilder Lukas Zeiner und Hans Funk virtuos aus farbigen Hüttengläsern zusammensetzte. Er erweist sich damit als der letzte große Vertreter des "alten" Stils, in welchem die Schweizerscheibe zu einer, auch im europ. Vergleich, bed. Kunstgattung emporwuchs. Während er einige Glas-Gem. mit in Ligatur "CVE" monogrammierte, kennt man von ihm keine sign. Scheibenrisse, schreibt ihm aber mehrere qualitätvolle Scheibenentwürfe zu. Er schuf nachw. auch Hinterglasbilder. Über die Mitarb., die E. in seiner Wkst. beschäftigte, liegen keinerlei Nachrichten vor. Zu seinen Schülern dürfte aber der eine oder andere später zu Ruhm gelangte Meister gehört haben (Jos Murer, Abraham Bickhart?).
Werke: BASEL, Kpst.-Slg: Risse. MURI, Klosterkreuzgang: Glas-Gem., 1554-57. RHEINECK, Rathaus: Glas-Gem., 1555. STEIN AM RHEIN, Rathaus: Glas-Gem., 1542/43. ZÜRICH, Kunsthaus: Risse. - Schweiz. LM: Glas-Gem., Hinterglasbilder, Risse.
Quelle: AKL
