Edward McKnight Kauffer
Edward (McKnight) Kauffer
* 1891 in Great Falls, USA; † 1954 in New York, USA
1910‒1912 Studium an der California School of Design in San Francisco und am Art Institute of Chicago
1913 Aufenthalt in Paris; Annahme des Namens McKnight Kauffer
1914 Niederlassung in London
Um 1915–1940 Plakataufträge für London Underground, später für London Transport
1921‒1927 Plakate für die Londoner Reinigungsfirma Eastman and Son
1924 Veröffentlichung des Buchs “The Art of the Poster. Its Origin, Evolution and Purpose”
1936 Auszeichnung Honorary Royal Designer for Industry (RDI) der Royal Society of Arts
1940 Rückkehr in die USA, Wohnsitznahme in New York
1964 Teilnahme an der documenta III in Kassel
Edward McKnight Kauffer studierte von 1910 bis 1912 in San Francisco an der California School of Design und danach am Art Institute of Chicago. 1913 ermöglichte ihm die Unterstützung von Joseph McKnight, Professor an der Utah University, eine Reise nach Paris. Dort fand Kauffer Zugang zur École Nationale Supérieure des Beaux-Arts und zu den Avantgarde-Strömungen der Zeit. Aus Dankbarkeit seinem Mentor gegenüber stellte er dessen Nachnamen nun seinem eigenen voran. Inspiriert von seinem Parisaufenthalt, experimentierte Kauffer früh mit futuristischen und kubistischen, später mit konstruktivistischen und surrealistischen Elementen. Er setzte sich mit Fotografie, Fotomontage und Typografie auseinander sowie mit innovativen Druck- und Gestaltungstechniken wie dem Airbrushing. Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 liess sich Kauffer in London nieder und widmete sich nun zunehmend der angewandten Grafik. Durch seine Bekanntschaft mit Frank Pick, dem Werbechef von London Underground, später von London Transport, begann Kauffers langjährige Zusammenarbeit mit den Londoner Verkehrsbetrieben, die ihn rasch zu einem Protagonisten der modernen Grafik machte. 1924 veröffentlichte Kauffer sein Buch “The Art of the Poster. Its Origin, Evolution and Purpose” als eines der ersten Werke, die sich vertieft mit der Avantgarde im Grafikdesign befassten. In den 1930er-Jahren gehörte auch das britische General Post Office (GPO) zu Kauffers Auftraggebern. Seine Serie “Outposts of Britain” erreichte ein breites Publikum und brachte ihm 1936 die Auszeichnung Honorary Royal Designer for Industry (RDI) der Royal Society of Arts ein. Weitere renommierte Kunden in Kauffers Londoner Zeit waren die BBC, das Kaufhaus Fortnum & Mason und der Wein- und Spirituosenhändler W & A Gilbey. 1925 gehörte Kauffer zu den Mitbegründern einer Filmgesellschaft zur Förderung des experimentellen Kinos. Sein 1926 entworfenes Plakat für Fritz Langs “Metropolis” blieb unrealisiert, Anerkennung fand hingegen seine Titelsequenz für Alfred Hitchcocks “The Lodger”. Gemeinsam mit seiner Partnerin, der Textildesignerin Marion Dorn, entwickelte Kauffer zudem sowohl das visuelle Erscheinungsbild als auch das Interior Design des Ozeandampfers der Orient Line. 1940, nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, kehrte Kauffer in die USA zurück und lebte bis zu seinem Tod in New York. Neben Propaganda-Plakaten für die Alliierten gestaltete er Plakate für die New York City Subway und American Airlines. Kauffer schuf auch Bühnenbilder und Buchillustrationen und widmete sich der Malerei. Auf der documenta III 1964 in Kassel wurden Arbeiten von ihm in der Abteilung Grafik und Werbung gezeigt.
Quellen:
Condell, Caitlin, Emily M. Orr (Hg.), “E. McKnight Kauffer. The Artist in Advertising”, New York 2020
https://mcbcollection.com/e-mcknight-kauffer-1
